
Wir von Cat's Club Benidorm wissen, dass der Tag, an dem du deine Katze abholst, einer der schönsten im ganzen Prozess ist. Wir wissen aber auch, dass viele Menschen vor lauter Vorfreude die Transportbox am ersten Tag mitten im Wohnzimmer öffnen und dann erschrecken, wenn die Katze unters Sofa schießt und stundenlang nicht mehr auftaucht. Du hast nichts falsch gemacht. So ticken Katzen nun mal, und mit ein bisschen Vorbereitung sind die ersten Tage für alle deutlich ruhiger. In diesem Ratgeber steht das, was wir jeder Familie erzählen, die bei uns adoptiert: was zu Hause fertig sein sollte, bevor die Katze einzieht, wie du ihr Raum gibst, damit sie in ihrem eigenen Tempo ankommt, und was in den ersten Nächten völlig normal ist, auch wenn es sich für dich anfühlt, als würde etwas schiefgehen.
Zuallererst: Fenster und Balkon
Beim Cat's Club vermitteln wir unsere Katzen als reine Wohnungskatzen, und gesicherte Fenster und Balkone sind eine Bedingung, die wir immer stellen – keine unverbindliche Empfehlung. Dafür gibt es einen guten Grund. Katzen stürzen tatsächlich von der terraza (Terrasse/Balkon), und die Vorstellung, dass sie immer auf den Pfoten landen und nichts passiert, ist ein gefährlicher Irrglaube, der jedes Jahr Leben kostet. Man nennt es Hochhaussyndrom, und in einer Gegend wie unserer, voller Hochhauswohnungen in den urbanizaciones (Wohnanlagen) von Benidorm, l'Alfàs del Pi oder Villajoyosa, sehen wir es viel zu oft.
Deshalb wird das erledigt, bevor die Katze die Wohnung erobert, nicht danach. Eine frisch angekommene Katze ist nervös, springt dorthin, wo du es nicht erwartest, und sucht nach Lücken. Wenn die Terrasse schon mit einem Katzennetz gesichert ist und die Fenster stabile Fliegengitter haben, bist du diese Angst von der ersten Minute an los. Wenn du nicht weißt, wie du das in einer Mietwohnung oder auf einer großen Terrasse hinbekommst: Wir haben einen ganzen Ratgeber zum Sichern von Fenstern und Balkonen, der dir die Möglichkeiten erklärt.
Richte ein sicheres Zimmer ein
Der häufigste Fehler ist, die Katze am ersten Tag frei durch die ganze Wohnung laufen zu lassen. Eine komplette Wohnung mit neuen Gerüchen, Geräuschen, anderen Tieren oder Kindern überfordert ein Tier, dessen Welt sich gerade komplett verändert hat. Fang klein an. Such ein einziges ruhiges Zimmer, in dem sich die Katze einrichten kann, ohne sich ausgeliefert zu fühlen.
Jeder Raum, den du zumachen kannst und in dem wenig los ist, taugt dafür: ein Gästezimmer, ein Arbeitszimmer, notfalls auch ein großes Bad, wenn du nichts anderes hast. Stell dort Futter, Wasser, das Katzenklo, ein Bett oder eine Decke und ein Versteck hin (ein seitlich offener Karton reicht völlig). Lass die Transportbox offen im Zimmer stehen, und wenn ihr ankommt, mach die Tür auf und setz dich in die Nähe, ohne irgendetwas zu erzwingen. Sie soll rauskommen, wann sie will, auch wenn es lange dauert.
Was du bereitliegen haben solltest
- Katzenklo und Streu (am Anfang lieber unparfümiert) plus eine Schaufel
- Futter: frag uns, was sie in der Pflegestelle bekommen hat, und gib die ersten Tage dasselbe
- Zwei Näpfe, einen fürs Wasser und einen fürs Futter
- Ein Bett oder eine Decke, wenn möglich mit einem vertrauten Geruch
- Ein paar Verstecke am Boden und, wenn es geht, etwas in der Höhe
- Einen Kratzbaum, auch einer aus Pappe tut es
- Die Transportbox, in der sie ankommt – lass sie zugänglich stehen
- Ein einfaches Spielzeug, eine Angel oder ein Bällchen
Wohin mit Katzenklo, Futter und Wasser
Die einfachste Regel ist auch die, die am meisten bringt: das Katzenklo weit weg von Futter und Wasser. Katzen fressen nicht gern neben ihrem Klo, uns ginge es genauso. Stell das Klo in eine ruhige Ecke, wo die Katze es benutzen kann, ohne sich beobachtet oder in die Enge getrieben zu fühlen, und Futter und Wasser an eine andere Stelle im Zimmer.
Wenn die Katze später die ganze Wohnung bekommt, behalte das Klo an einem gut erreichbaren, ruhigen Platz – nie neben der Waschmaschine oder in einem Durchgang. Nimm einen großzügigen Wassernapf und stell ihn, wenn möglich, getrennt vom Futter auf. Viele Katzen trinken mehr, wenn das Wasser nicht direkt neben dem Fressen steht.

Gib ihr Zeit zum Runterkommen
Es gibt eine Faustregel, die wir oft nennen, weil sie die Erwartungen zurechtrückt: drei Tage Angst, drei Wochen Gewöhnung, drei Monate bis sie sich zu Hause fühlt. Ein Naturgesetz ist das nicht, aber es gibt dir eine Vorstellung. In den ersten Tagen kann die Katze sich verstecken, kaum fressen, das Klo nicht benutzen, solange du zusiehst, oder stundenlang gar nicht auftauchen. Das ist normal. Hol sie nicht aus ihrem Versteck, lauf ihr nicht hinterher und lade nicht am ersten Wochenende die halbe Familie zum Gucken ein.
Was wirklich hilft: leise mit ihr reden, im Zimmer sitzen und lesen oder aufs Handy schauen, ohne sie direkt zu beachten, und sie den ersten Schritt machen lassen. Sobald sie in Ruhe frisst, das Klo normal benutzt und rauskommt, während du da bist, kannst du ihr Revier nach und nach erweitern, immer ein Zimmer mehr.
Was in den ersten Tagen normal ist
- Sich stundenlang verstecken, manchmal den ganzen ersten Tag
- Am Anfang weniger fressen und trinken als sonst
- Die ersten Nächte maunzen oder unruhig sein
- Bei Haushaltsgeräuschen zusammenzucken, die sie später ignoriert
- Das Klo erst spät benutzen, solange Leute im Raum sind
Melden solltest du dich dagegen bei uns oder beim Tierarzt, wenn sie mehr als zwei Tage überhaupt nichts frisst, wenn sie nicht uriniert, wenn sie anhaltenden Durchfall hat, mehrfach erbricht oder schwer atmet. Bei der Sommerhitze an der Costa Blanca achte außerdem darauf, dass sie trinkt und dass sich das Zimmer nachmittags nicht in einen Backofen verwandelt.
Du bist nicht allein: der Cat's Club bleibt dran
Was bei einer Adoption über uns anders ist: Mit dem Tag, an dem du die Katze mitnimmst, ist die Sache nicht erledigt. Wir sind eine Gruppe Freiwilliger, die über ein Netz von Pflegestellen arbeitet, und wir kennen jede Katze, weil sie vor dir bei einer von uns zu Hause gelebt hat. Wenn in den ersten Tagen irgendeine Frage auftaucht, und sei sie dir noch so blöd, schreib uns. Wir erzählen dir, was sie gefressen hat, wie sie in der Pflegestelle war und was ihr geholfen hat, sich zu beruhigen.
Du musst uns nur schreiben, und wir antworten, sobald wir können. Wir sind wenige und alle ehrenamtlich, aber niemand bleibt ohne Antwort.
Frequently asked questions
Wie lange braucht eine adoptierte Katze, um sich im neuen Zuhause einzuleben?+
Jede Katze hat ihr eigenes Tempo, aber die Dreier-Regel ist ein brauchbarer Anhaltspunkt: etwa drei Tage, bis die Angst nachlässt, etwa drei Wochen, um sich an den Alltag zu gewöhnen, und rund drei Monate, bis sie sich wirklich zu Hause fühlt. Ältere oder schüchterne Katzen brauchen manchmal länger, und das ist völlig in Ordnung.
Muss ich die Katze am Anfang in einem Zimmer einsperren?+
Es geht nicht darum, sie wegzusperren. Das sichere Zimmer ist einfach der Startpunkt. Ein kleiner, ruhiger Raum verhindert, dass sie von der ganzen Wohnung auf einmal überfordert wird. Sobald sie Vertrauen fasst, gut frisst und das Katzenklo normal benutzt, öffnest du ihr nach und nach den Rest der Wohnung.
Warum besteht der Cat's Club auf gesicherten Fenstern und Balkonen?+
Weil Katzen von Balkonen stürzen und sich schwer verletzen oder dabei sterben. Der Glaube, dass sie immer heil auf den Pfoten landen, stimmt schlicht nicht. In hohen Wohnungen wie rund um Benidorm ist das eine echte Gefahr, deshalb vermitteln wir unsere Katzen als reine Wohnungskatzen und verlangen immer gesicherte Fenster und Balkone.
Meine neue Katze frisst nicht und kommt nicht aus dem Versteck. Muss ich mir Sorgen machen?+
In den ersten Tagen ist es normal, dass sie wenig frisst und sich stundenlang versteckt. Gib ihr Raum und dräng sie zu nichts. Nachfragen solltest du, wenn sie mehr als zwei Tage gar nichts frisst, wenn sie nicht uriniert oder wenn sie erbricht, anhaltenden Durchfall hat oder schwer atmet. Im Zweifel schreib uns, wir helfen dir weiter.
Wenn du noch überlegst, schau dir unsere Katzen an, die ein Zuhause suchen, und melde dich bei uns. Und falls du gerade nicht adoptieren kannst, aber wirklich helfen möchtest: Eine Pflegestelle zu werden ist das, was uns am meisten fehlt. Ohne Pflegestellen gibt es keine Rettungen, und jedes vorübergehende Zuhause macht Platz frei, um noch eine Katze zu retten.




